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Gefahrstoffe

Kleinmengentransport nach GGVSE – was ist zu beachten ?

(Freistellungsgrenzen nach (ADR 1.1.3.6)

Mögliche Ausnahmen, siehe auch:

  • Regelungen gelten nicht für Privatpersonen (ADR 1.1.3.1 Buchstabe a),
  • Beförderungen von Anlagen, Maschinen oder Geräten, die in ihrem inneren Aufbau gefährliche Güter enthalten (ADR 1.1.3.1 Buchstabe b),
  • Beförderungen, die von Unternehmen in Verbindung mit ihrer Haupttätigkeit durchgeführt werden, wie Lieferungen für Baustellen im Hoch- und Tiefbau, oder im Zusammenhang mit Messungen, Reparatur- und Wartungsarbeiten in Mengen, die 450 Liter je Verpackung und die Höchstmengen gemäß Unterabschnitt ADR 1.1.3.6 nicht überschreiten (ADR 1.1.3.1 Buchstabe c),
  • Beförderungen von Fahrzeugen mit gefährlichen Gütern, die in einen Unfall verwickelt waren oder eine Panne hatten, durchgeführt insbesondere mit Abschleppfahrzeugen von Einsatzkräften oder unter deren Überwachung (ADR 1.1.3.1 Buchstabe d),
  • Beförderung von bestimmten Gasen (ADR 1.1.3.2)
  • Beförderung von flüssigen Kraftstoffen (ADR 1.1.3.3)
  • Beförderung von ungereinigten leeren Verpackungen (ADR 1.1.3.5)
    für “Kleinstmengen” unter 50 kg oder 50 l (nach. GGAV 2002 Ausnahme Nr.3).

1. Voraussetzung an den Transport, Be- und Entladung: (siehe ADR 1.1.6.3.2)

  • Das Fahrzeug und die dazugehörige Ausrüstung muss nicht nach den Gefahrgutvorschriften zugelassen und ausgerüstet sein (Ausnahme: 2 kg-Feuerlöscher ist notwendig).
  • Feuerlöschmittel (ADR 8.1.4.2 bis 8.1.4.5)
  • Auch Personen, die nicht zur Fahrzeugbesatzung gehören, dürfen mitfahren. (Keine Anwendung von ADR 8.3.1)
  • Schriftliche Weisungen Unfallmerkblätter brauchen nicht mitgeführt zu werden. (Keine Anwendung von ADR 8.1.2.1 b )
  • Das Fahrzeug muss nicht mit orangefarbenen Warntafeln und ggf. Gefahrzetteln gekennzeichnet werden. (Keine Anwendung von ADR 5.3)
  • Tragbare Beleuchtungsgeräte (ADR 8.3.4).

2. Anforderungen an die Fahrzeugbesatzung:

  • Empfehlung: Gebrauch der Feuerlöschgeräte sollte der Fahrzeugbesatzung bekannt sein (ansonsten keine Anwendung von ADR 8.3.2),
  • Keine besondere Ausbildung der Fahrzeugführer. ABER eine Unterweisung nach Kapitel 1.3 ADR ist aber erforderlich (auch in § 6 GbV vorgeschrieben) (ADR 8.2.3, aber keine Anwendung von ADR 8.1.2.2 b ).
  • Empfehlung: Verbot der öffnung von Versandstücken (ansonsten keine Anwendung von ADR 8.3.3),

3. Erforderliche Begleitpapiere (ADR 8.1.2) und Ausrüstung:

Transport unter Berücksichtigung der Kleinmengengrenze (Beförderungseinheiten) nach GGVSE (ADR 1.1.3.6.2) durchführen:

  • Allgemeine Vorschriften, Begleitpapiere und gegebenenfalls Texte von Sondervereinbarungen (nur im innerstaatlichen Transport),
  • vorgeschriebenes Beförderungspapier (ADR 5.4.1) für alle beförderten gefährlichen Stoffe und ggf. das Container-Packzertifikat (ADR 5.4.2), wie z.B. Lieferscheine, Frachtbriefe oder Abfallbegleitscheine, sowie evtl. Sondervereinbarungen
  • Nicht notwendig: Bescheinigung der Zulassung jeder Beförderungseinheit (Keine Anwendung von ADR 8.1.2.2 a),
  • (Empfehlung, aber nicht notwendig) Schriftliche Weisung für Fahrer (Keine Anwendung von ADR 5.4.3 und RSE Anl.13)
  • Schulungsnachweis des Fahrzeugführers (ADR Anlage B) ist nicht notwendig, wenn vorhanden mitnehmen (Keine Anwendung von ADR 8.1.2.2 b),
    (Hinweis: Führer von Fahrzeugen, deren höchstzulässige Gesamtmasse nicht 3500 kg übersteigt, brauchen keine Bescheinigung.)

4. Berechnung der Beförderungszahl:

Der Transport von Druckgasflaschen ist als Gefahrguttransport nur nach GGVSE (ADR 1.1.3.6) gestattet. Um den vorzubereitenden Arbeitsaufwand für einen Gefahrguttransport so gering wie möglich zu halten, sollte dieser im Bereich der “Kleinmengen-Regelung” durchgeführt werden.

Kleinmengengrenzen nach GGVSE beachten. Die Nettomasse bzw. Nenninhalt darf nicht überschritten werden! (ADR 1.1.3)

Bei Zusammenladungen unterschiedlicher Güter ist die Nettomasse mit dem Faktor zu ermitteln, daraus erhält man die Beförderungseinheiten. Bei Überschreitung der Zahl 1000 (Beförderungseinheiten) ist der Transport nach ADR durchzuführen.


    Beispiel (Transport nach ADR 1.1.3.6):
    Handwerker transportieren auf der Ladefläche eines Doppelkabinen-Transporters
    1x 52 Liter Nenninhalt Sauerstoff (Klasse 2, Gruppe O) x1 = 52
    1x 40 Liter Nenninhalt Acetylen (Klasse 2, Gruppe F) x3 = 120
    2x 33 kg Nennmasse Propan (Klasse 2, Gruppe F) x3 = 198

    Daraus ergeben sich 370 Beförderungseinheiten. Da 370 < 1000, so kann der Transport als Kleinmengenbeförderung nach ADR 1.1.3.6 durchgeführt werden.

5. Be- und Entladung von Druckgasflaschen:

  • Zum Transport von Einzelflaschen möglichst Flaschenkarren oder Transportgestelle verwenden.
  • Druckgasflaschen nur mit geschlossenen Ventilen und aufgeschraubten Schutzkappen transportieren.
  • Druckgasflaschen gegen Stöße schützen. Flaschen nicht werfen oder fallen lassen, nicht über den Boden rollen.
  • Der Transport von Druckgasflaschen mit Magnetkranen ist verboten.

Besondere Vorschriften für das Beladen, Entladen und für die Handhabung

6. Verhaltensregeln beim Kleinmengentransport:

  • Empfehlung: Rauchen und Umgang mit offenem Feuer ist verboten. (ansonsten keine Anwendung von ADR 8.3.5)
  • Beim Transport auf Fahrzeugen Druckflaschen festlegen, z.B. durch Anketten.
  • Zusammenladung beachten! Druckgasflaschen nicht gemeinsam mit leichtentzündlichen Ladegut (Gefahrgut) transportieren.
  • Der Transport in Kombiwagen und Pkw- Kofferräumen darf nur kurzfristig sein. Nach dem Transport sofort entladen. Fahrzeuge mit gefüllten Druckgasflaschen nicht unbeaufsichtigt auf öffentlichen Straßen und Plätzen abstellen.
  • Beim Transport in Kombiwagen ist die Lüftung einzuschalten. Lüftungsöffnungen nicht durch Ladegut verstellen oder verschließen.
  • Besondere Bedingungen:
    Da die Fahrzeuge nicht zu kennzeichnen sind, braucht auch das Verbotszeichen 261 “Verbot für kennzeichnungspflichtige Kraftfahrzeuge mit gefährlichen Gütern” nicht beachtet zu werden.

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Gefahrstoffe

  1. gefährliche Stoffe und Zubereitungen nach § 3a des Chemikaliengesetzes sowie Stoffe und Zubereitungen, die sonstige chronisch schädigende Eigenschaften besitzen,
  2. Stoffe, Zubereitungen und Erzeugnisse, die explosionsfähig sind,
  3. Stoffe, Zubereitungen und Erzeugnisse, aus denen bei der Herstellung oder Verwendung Stoffe oder Zubereitungen nach Nummer 1 oder 2 entstehen oder freigesetzt werden können,
  4. sonstige gefährliche chemische Arbeitsstoffe im Sinne des Artikels 2 Buchstabe b in Verbindung mit Buchstabe a der Richtlinie 98/24/EG des Rates vom 7. April 1998 zum Schutz von Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer vor der Gefährdung durch chemische Arbeitsstoffe bei der Arbeit (ABl. EG Nr. L 131 S. 11).

Gefährlich sind Stoffe und Zubereitungen (Gefahrstoffe), die eine oder mehrere der in § 3a Abs. 1 des Chemikaliengesetzes genannten und in Anhang VI der Richtlinie 67/548/EWG näher bestimmten Eigenschaften aufweisen.

  • explosionsgefährlich
  • brandfördernd
  • hochentzündlich
  • leichtentzündlich
  • entzündlich
  • sehr giftig
  • giftig
  • gesundheitsschädlich
  • ätzend
  • reizend
  • sensibilisierend
  • krebserzeugend (karzinogen)
  • fortpflanzungsgefährdend (reproduktionstoxisch)
  • erbgutverändernd (mutagen)
  • umweltgefährlich

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Gefahrgutbeaugtragter

(auch “Sicherheitsberater” [en: safety advisor])

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Gefahrstoffe im Büro

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Betriebsanweisung

Betriebsanweisungen sind Anweisungen und Angaben des Betreibers bzw. Verwenders von Einrichtungen, technischen Erzeugnissen, Arbeitsverfahren, Stoffen oder Zubereitungen an seine Mitarbeiter mit dem Ziel, Unfälle und Gesundheitsrisiken zu vermeiden.
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