Arbeitsschutzlexikon

Bildschirmarbeitsplätze

Rechtsquellen:

. Benutzen (Anwendung durch Beschäftigte) . In-Verkehr-bringen (incl. Verkauf, Vertrieb)
EU -Recht D -Recht  D -Unfallvers. EU -Recht D -Recht  D -Unfallvers.
Rahmen-Richtlinie 89/391/EWG    
Richtlinie + Gesetz 90/270/EWG BildscharbV
(
ArbSchG + SGB VII)
   
Verordnung + UVV            
sonstige Normen   BGI 650         

BGI 650: Neuer Leitfaden zu Bildschirm-Arbeitsplätzen (Download von der Verwaltungs-BG)

(sa 12/2000) Die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft hat einen neuen Leitfäden für die Gestaltung von Bildschirm- und Büroarbeitsplätzen (BGI 650) und für Planung und Einrichtung von Call-Center (BGI 773) herausgegeben. U.a. sind folgende Schriften zum gleichen Thema im pdf-Format herunterladbar (siehe www.vgb.de -> Downloads und Medien):

  • Bildschirm – und Büroarbeitsplätze Leitfaden für die Gestaltung (SP 2.1 oder BGI 650: 2000-09)
  • Call Center Hilfen für Planung und Einrichtung (SP 2.10 oder BGI 773: 2000-09)
  • Arbeitsplatz Phonodiktat (SP 2.6/1: 1994-03)
  • Sehen und Bildschirmarbeit – Physiologische Grundlagen für Arbeitsmediziner und Betriebsärzte (SP 2.7/2: 1997-09)
  • Faltblatt “Gesund arbeiten am PC – Testen Sie Ihren Arbeitsplatz”
  • Faltblatt “Sehhilfen am Bildschirm-Arbeitsplatz”
  • Faltblatt “Gymnastik im Büro”

Auslegungshinweise zu unbestimmten Rechtsbegriffen der Bildschirmarbeitsverordnung

(mg 10/2000) Die Bildschirmarbeitsverordnung als nationale Umsetzung der entsprechenden EU-Richtlinie enthält einige Begriffe, die in der Vergangenheit zu Verwirrung bei der Anwendung führten. Jüngstes Beispiel ist das Gerichtsurteil aus dem Frühjahr 2000. (siehe Anmerkungen zu Urteil des Arbeitsgerichts Neumünster (Aktenzeichen: 4 Ca 1034 b/99). Dabei ging es um die Erstattung der Kosten für eine Bildschirmarbeitsbrille. Schon wer von einem siebenstündigen Arbeitstag etwa 45 Minuten vor dem Bildschirm sitze und dafür eine spezielle Brille benötige, muss diese vom Arbeitgeber erstattet bekommen. Damit wurde zum ersten mal eine zeitliche Angabe im Zusammenhang mit der Bildschirmarbeitsverordnung gemacht.
Um weitere Unsicherheiten bei der Anwendung der Verordnung zu vermeiden, wurden vom Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik “Auslegungshinweise zu den unbestimmten Rechtsbegriffen” erarbeitet. Dabei geht es u.a. um Begriffe wie “hauptsächlich zur Benutzung durch die öffentlichkeit”, Bildschirmgeräte für den ortveränderlichen Gebrauch”, “kleine Daten- oder Messwertanzeigevorrichtung”, “nicht unwesentlicher Teil der normalen Arbeit” oder “regelmäßige Zeitabstände”. Quelle: http://bb.osha.de/

“Kostenloser” Augencheck verrät nur die halbe Wahrheit

(mg 12/2000) Der Bundesverband der Augenärzte Deutschlands e.V. hat Mitte November eine Initiative für die Augenuntersuchung der Beschäftigten an Bildschirmarbeitsplätzen gestartet. Das wäre insoweit ja auch begrüßenswert, wären da nicht die Aussagen zwischen den Zeilen, die das wirtschaftliche Interesse widerspiegeln.
Das System funktioniert über sogenannte Eye-Care-Gutscheine, die vom Arbeitgeber über eine Mittlerfirma bestellt (und bezahlt) und dann an die Beschäftigten ausgeben werden. Mit diesem Gutschein kann der Beschäftigte dann einen Augenarzt zwecks Untersuchung aufsuchen. Genaue Informationen zu diesem System findet man unter www.augeninfo.de/presse/0011bs.htm.

Die Aussagen des Bundesverbandes der Augenärzte scheinen zunächst für den Nicht-Fachmann sehr plausibel und günstig. Doch dazu einige Anmerkungen: Augenuntersuchungen für die Bildschirmarbeit sind Bestandteil der arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen dem berufsgenossenschaftlichen Grundsatz G37 (BGI 504-37). Diese Untersuchungen sind für die Beschäftigten grundsätzlich kostenfrei! (Die Kosten trägt der Arbeitgeber). Im Rahmen dieser Vorsorgeuntersuchungen werden auch die Augen untersucht. Die Fachkompetenz will in diesem Zusammenhang niemand den Augenärzten absprechen. Aber zur Untersuchung gehört auch die Beurteilung des Bildschirmarbeitsplatzes vor Ort! Und diese Leistung wird über keinen Eye-Care-Gutschein geleistet. Oftmals reicht zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen schon die Änderung der Anordnung von Bildschirm- oder anderen Arbeitsgeräten. Diese Arbeit kann nur mit Kenntnis der konkreten Situation erfolgen.

Unser Tipp für Arbeitgeber: Überprüfen Sie welche Anforderungen an die Bildschirmarbeitsplatz-Untersuchung (BGI 504-37) gestellt werden und vergleichen Sie das mit den Angeboten. Beachten Sie, dass eine Augenuntersuchung (ob mit oder ohne Eye-Care-Gutschein) nur ein Teil der Gesamtbeurteilung des Bildschirmarbeitsplatzes ist. Fragen Sie im Zweifelsfall Ihren Betriebsarzt (Arbeitsmediziner) oder Ihre Sicherheitsfachkraft.

Arbeitgeber müssen die Kosten für Bildschirmarbeitsplatzbrillen tragen

(mg 2/2000) Die Arbeitsschutzvorschriften zur Bildschirmarbeit sehen vor, dass den Beschäftigten bei Bedarf Sehhilfen zur Verfügung gestellt werden müssen. Bisher war noch nicht eindeutig geklärt, wer diese spezielle Bildschirmarbeitsplatzbrille zahlen muss. Nun liegt aber ein Urteil des Arbeitsgerichts Neumünster (Aktenzeichen: 4 Ca 1034 b/99) vor, das den Arbeitgeber verpflichtet, grundsätzlich die Kosten dieser ärztlich verordneten Brillen zu übernehmen. Schon wer von einem siebenstündigen Arbeitstag etwa 45 Minuten vor dem Bildschirm sitze und dafür eine spezielle Brille benötige, könne verlangen, dass der Arbeitgeber diese bezahle, teilte das Arbeitsgericht mit.