Arbeitsschutzlexikon

Arbeitsschutzmanagement


(nach dem Leitfaden für Arbeitsschutzmanagementsysteme aus BArbBl. 1/2003 S.101)
Miteinander verbundene oder zusammenwirkende Elemente und Verfahren zur Festlegung der Arbeitsschutzpolitik, der Arbeitsschutzziele und zum Erreichen dieser Ziele.

Rechtsquellen:

. Benutzen (Anwendung durch Beschäftigte) .
EU -Recht D -Recht  D -Unfallvers.
Rahmen-Richtlinie (89/391/EWG)
Richtlinie + Gesetz  
(
ArbSchG + SGB VII)
Verordnung + UVV      
sonstige Normen   Bek. BMA/BMWi
(BArbBl. 1/2003 S.101)
(BArbBl. 2/99 S.43)
 

Weitere Informationsquellen:

Kommentar: Keine ISO-Norm “Arbeitsschutzmanagementsystem”

(mg, KAN Brief 2/00) Auf absehbare Zeit wird es bei ISO keine Norm zum Arbeitsschutzmanagementsystem geben. Damit ist der erneute britische Vorstoß gescheitert. Von den ISO-Mitgliedern stimmten 29 für eine Normung, 20 waren dagegen (darunter Deutschland, Frankreich, USA, Kanada) und 3 Mitglieder enthielten sich. Damit wurde die erforderliche 2/3-Mehrheit verfehlt. Die Gründe für die ablehnenden Mitglieder haben sich nicht geändert: Eine ISO brächte eine weltweite Nivellierung mit sich, könnte den Arbeitsschutz verwässern und liefe unweigerlich auf Zertifizierung hinaus. Die Zertifizierungen würden die Unternehmen finanziell und organisatorisch belasten. Besonders KMU wären davon betroffen.
Bei der International Labour Organisation (ILO) wird weiterhin an den AMS-Leitlinien gearbeitet. Diese Leitlinien sollen nun in den Mitgliedsländern beraten und auf einer Konferenz Mitte 2001 verabschiedet werden.

Kommentar: Qualitätsmanagementsysteme, und noch kein Ende?

    (sa 02/2000)

  • Neue ISO-Normenentwürfe zu Qualitätsmanagementsysteme (ISO 9000, ISO 9001 und ISO 9004, Ausgabe 2000-01),
  • Britischer Vorschlag zur ISO-Normung “AMS – Arbeitsschutz Management System”,
  • Qualitätsmanagementkriterien von Krankenhäusern, Ärzte und sonstigen Einrichtungen (Neuregelung im SBG V: §§ 135a bis 137e),
  • Neuer DIN-Normenentwurf zu “Qualitätsmanagement in der Laboratoriumsmedizin” siehe DIN 58936-2, Ausgabe:2000-01
  • (srb -Kommentar): Interessant dürften hier die Weiterentwicklung der ISO-Normung im Bereich “AMS” und die Umsetzung der ISO 9004 “Qualitätsmanagementsysteme – Leitfaden zur Leistungsverbesserung” sein.
    Ein Qualitätsmanagement macht nur Sinn, wenn die Ressourcen im Unternehmen besser genutzt werden. Das Anliegen eines Qualitätsmanagementsysteme ist nicht das sinnlose Schaffen von Papier und die Überreglementierungen, sondern das sich die Beschäftigten eines Unternehmens Gedanken machen, wie Sie ihre Arbeit und das Zusammenwirken mit Anderen effektiver gestalten können.

Kommentar: Nationaler Leitfaden für Arbeitsschutzmanagementsysteme

(BArbBl. 1/2003 S.101)
(mg – sa1/2003) Das nationale Konzept für Arbeitsschutzmanagement (AMS), das einen Leitfaden für AMS und ein Umsetzungskonzept für diesen Leitfaden umfasst, wurde im Juni bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin vorgestellt. Mit diesem Werk soll ein Beitrag geleistet werden, um Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit als strategisches Ziel in die Unternehmenspolitik zu integrieren. Arbeitsbedingten Unfällen und Gesundheitsgefahren soll so wirksamer und präventiv begegnet werden.

Dem Nationalen Leitfaden kommt insofern eine große Bedeutung zu, da das Arbeitsschutzmanagementsystem nicht als Anhang in die Betriebssicherheitsverordnung aufgenommen wurde und eine Normierung von AMS auch nicht erwünscht ist, da dies insbesondere dem Prinzip der Freiwilligkeit widerspricht und zwangsweise Zertifizierungen nicht den gewünschten nachhaltigen Erfolg brächten.

Das Konzept wurde vom Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung gemeinsam mit den Sozialpartnern, den Ländern und den Unfallversicherungsträgern entwickelt. Es orientiert sich am Leitfaden der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO).

Den nationalen Leitfaden können Sie anschauen unter BArbBl. 1/2003 S.101.