Arbeitsschutzlexikon

Temperatur

  •  Abhängig von der Schwere der Arbeitsaufgabe (siehe ASR 6) Im Allgemeinen: mind. +18 °C (zum Arbeitsbeginn) so weit möglich nicht mehr als +26°C Pausen-, Bereitschafts-, Liege-, Sanitär- und Sanitätsräumen: +21 °CWaschräume (während der Nutzungsdauer):  +24 °C

Kein Recht auf “Hitzefrei”: Tipps für heiße Tage

(BAuA / News / Pressemitteilungen104/03 vom 11. August 2003) An heißen Sommertagen kann es schnell vorkommen, dass in Arbeitsräumen wie Büros, Ladengeschäften oder auch in Werkstätten die Lufttemperaturen auf “unzuträgliche” Werte über +26°C ansteigen und die Mitarbeiter unter der Hitze zu leiden haben – sinkende Leistungsfähigkeit und Arbeitslust, Müdigkeit und Konzentrationsschwächen bis hin zu einer vermehrten Schweißabgabe und Herz-Kreislaufbelastungen sind die Folge. “Auch belegen Studien ein deutlich erhöhtes Unfallrisiko”, erläutert Dr. Kersten Bux von der Bundesanstalt für Arbeitschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).

Die Arbeitsstätten-Richtlinie ASR 6 Raumtemperaturen vom Mai 2001 legt in Pos. 3.3 fest, dass “die Lufttemperatur in Arbeitsräumen +26°C nicht überschreiten soll”. Dieser Wert bezieht sich jedoch nur auf Temperatureinflüsse durch Betriebsanlagen (z.B. Heizung, Maschinen, Beleuchtung u. a.), um eine für die Gesundheit der Beschäftigten schädliche Überhitzung der Raumluft zu vermeiden. Der oben beschriebene “Sommerfall” wird zusätzlich in der ASR 6 Pos. 3.3 mit einem Nachsatz derart geregelt, dass “bei darüber liegender Außentemperatur in Ausnahmefällen die Lufttemperatur höher sein darf.” Hier gibt es demnach für die Beschäftigten keinen Rechtsanspruch auf klimatisierte Räume oder “Hitzefrei”. Arbeitgeber und Beschäftigte müssen im gegenseitigen Einvernehmen durch geeignete Maßnahmen die Situation meistern. Verschiedene organisatorische und technische Maßnahmen aber auch das persönliche Verhalten jedes einzelnen können dazu beitragen.

Einige Empfehlungen der BAuA für den “Sommerfall”:

  • Arbeits-, Arbeitszeit- und Pausenregime sollten im Rahmen des technologisch oder betriebsbedingt Möglichen an die Situation angepasst werden: Z. B. schwere körperliche Arbeit in den heißen Stunden vermeiden, früher mit der Arbeit beginnen, zusätzliche kurze Pausen von ca. zehn Minuten einlegen und ggf. mit einem Aufenthalt oder leichter Tätigkeit in kühleren Bereichen verbinden, Nutzung von Gleitzeitregelungen zur Arbeitszeitverlagerung.
  • Rücksichtnahme auf besondere Personengruppen wie werdende oder stillende Mütter, Frauen an Steharbeitsplätzen, ältere und gesundheitlich gefährdete Arbeitnehmer.
  • Nachtabkühlung nutzen: Für eine intensive Durchlüftung der Räume sorgen und zwar in den Nachtstunden oder – falls die Fenster aus Sicherheitsgründen nicht über Nacht aufstehen dürfen – in den frühen Morgenstunden.
  • Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung: Sehr wirkungsvoll sind z. B. Außenjalousien und Markisen, kein unnötiger Aufenthalt in der Sonne oder entsprechende Sonnenschutzmittel (Cremes, Hut) verwenden.
  • Ausreichend Trinken: Rechtzeitig und ausreichend trinken. Ein Erwachsener benötigt im Normalfall ca. 2 – 2,5 Liter Flüssigkeit pro Tag. An heißen Tagen gilt nicht zu viel auf einmal trinken, sehr kalte Getränke (Eiswürfel) vermeiden oder nur in geringen Mengen und in kleinen Schlucken zu sich nehmen. Alkohol- und koffeinhaltige Getränke fördern den Wasserverlust des Körpers, also diese meiden, geeignete Getränke sind dagegen: Trink- und Mineralwasser (nur wenig Kohlensäure), ungesüßter Kräutertee.
  • Bewusst Essen: Keine schweren und reichhaltigen Mahlzeiten einnehmen, geeignet sind Obst- und Gemüsesalate, Kaltschale oder einmal nur eine halbe Portion verlangen.
  • Bekleidung anpassen: Helle lockere Kleidung, leichtes Schuhwerk, “Krawattenzwang” aussetzen.
  • Einsatz von Klimaanlagen: Bei Außentemperaturen von über +32°C soll ein Temperaturabstand von ca. 6°C zur Raumlufttemperatur eingestellt werden, sonst besteht beim Gang ins Freie die Gefahr eines Hitzeschocks.
  • Mobile Klimageräte oder Raumluftbefeuchter können in Extremfällen eingesetzt werden, hier sind die damit verbundenen Anschaffungs- und Betriebskosten zu beachten. Auch können Geräuschbelästigungen entstehen und an den Luftauslässen besteht die Gefahr, dass Zugluft erzeugt wird. Eine Erkältung oder ein “steifer Hals” sind dann nicht ausgeschlossen.

(siehe auch Urteile zu Arbeitsbedingungen/ArbeitsstätteZulässige Raumtemperaturen in Gewerberäumen“)