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Arbeitsschutzmanagement (3/6) – Entscheidung zum AMS

Artikel-Übersicht


  1. Einführung
  2. Vorteile eines AMS
  3. Entscheidung zum AMS
  4. Schritte zur Einführung
  5. Fragenkatalog zur Bestandsaufnahme
  6. Ausblick und Quellen

Autor | Dipl. Ing Mathias Glawe,
ist Sicherheitsingenieur und verantwortlich für die Bereiche Arbeitsschutzmanagement und SiGe-Planung.

Trotz aller Vorteile, die ein Arbeitsschutzmanagement bietet, ist dessen Einführung eine freiwillige unternehmerische Entscheidung. Wenn das System funktionieren soll, muss es auch gewollt sein – und zwar mit allen Konsequenzen. Halbherzige Entscheidungen, um bestimmten externen Forderungen genüge zu tun, werden ein AMS nicht aufrecht erhalten. Ohne die erklärte Bereitschaft des Unternehmers, das AMS einzuführen und umzusetzen, nützt auch das beste System nichts. Ziel sollte sein, Arbeitsschutz nicht als lästiges Beiwerk zu betrachten, sondern betriebswirtschaftliche und soziale Vorteile zu erkennen, um Sicherheit und Gesundheitsschutz der Beschäftigten konsequent in die bestehende Betriebsorganisation zu integrieren.



Ist diese Entscheidung gefällt, kommt der Wahl einer geeigneten, möglichst auf die Branche zugeschnittenen Lösung eine entscheidende Bedeutung zu. Als Unterstützung dafür werden in dieser Zeitschriften- Ausgabe verschiedene Managementsysteme vorgestellt. Ergänzend dazu findet man im Internet unter www.AMS-Handbuch.de eine Übersicht über bestehende Branchenlösungen auf Basis des Nationalen Leitfadens für Arbeitsschutzmanagementsysteme [5], [6]. Die Wahl eines für den Betrieb nicht praktikablen Systems kann ein frühzeitiges Scheitern bedeuten.

Ein weiteres Kriterium für die Auswahl eines geeigneten Systems sollten die angebotenen flankierenden Maßnahmen sein. Der Unternehmer wird in vielen Fällen zeitlich und an manchen Stellen auch fachlich nicht in der Lage sein, ein Arbeitsschutzmanagementsystem ohne weitere Hilfestellung einzuführen und umzusetzen. Daher gehören auch die Komponenten „Beratung“ und „Schulung“ zu einem ganzheitlichen Ansatz.


Abb. 1 Bausteine zur Einführung des AMS [6]

Ein Bespiel für ein solches Gesamtkonzept ist das in der Fa. Blume entwickelte AMS, das auf dem 10. Arbeitsschutztag Sachsen-Anhalts im Jahre 2008 mit einem Sonderpreis ausgezeichnet wurde [7]. Ziel der dahinter stehenden Methode ist es u.a., viele Aspekte des Arbeitsschutzes für die Beteiligten einfacher und durchschaubarer zu gestalten. Dazu wurden praxiserprobte Handlungshilfen zusammengestellt, die als Paketlösung für derzeit 25 Branchen zur Verfügung stehen. Die Bandbreite reicht dabei vom Metallbau über Elektroinstallation, Papierherstellung oder Pflegeeinrichtungen bis hin zu Taxiunternehmen. Die einzelnen Bestandteile, der Nutzen und die notwendigen Schritte lassen sich über die entsprechenden Internetseiten zum AMS-Handbuch nachvollziehen [8].

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