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Arbeitsschutzmanagement (1/6) – Gründe für seine Einführung

Artikel-Übersicht


  1. Einführung
  2. Vorteile eines AMS
  3. Entscheidung zum AMS
  4. Schritte zur Einführung
  5. Fragenkatalog zur Bestandsaufnahme
  6. Ausblick und Quellen

Autor | Dipl. Ing Mathias Glawe,
ist Sicherheitsingenieur und verantwortlich für die Bereiche Arbeitsschutzmanagement und SiGe-Planung.

Hohe Flexibilität, dynamische Märkte, steigender Kostendruck und zunehmende Globalisierung führten in den vergangenen Jahren zu Veränderungen des Umfeldes kleiner und mittelständischer Unternehmen, die eine immer schnellere Anpassung der Betriebsstruktur und Betriebsorganisation forderten. Dieser Wandel stellt auch an den betrieblichen Arbeitsschutz erhöhte Anforderungen. Dabei scheiden sich bei dieser Thematik sich vielfach die Geister. Die Palette der Meinungen reicht von strikter Ablehnung über notwendiges, lästiges Übel bis hin zu vollster Unterstützung. Eine mangelnde Akzeptanz resultiert u.a. daraus, dass sich der Nutzen von Schutzmaßnahmen für den Unternehmer oftmals nicht gleich in barer Münze erkennen lässt. Arbeitsschutz wird dann als bürokratisches Hemmnis empfunden, Maßnahmen deshalb nicht getroffen oder umgangen. Und wenn dabei kein Unfall passiert, fühlt man sich darin bestätigt, dass die Maßnahmen nur Zeit und Geld gekostet hätten, obwohl es auch ohne sie ging.

Doch solche Betrachtungsweisen sind oberflächlich und berücksichtigen nicht die Realitäten der Arbeitswelt. Durch Arbeitsunfähigkeit fielen 2007 nach Schätzungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) insgesamt etwa 1,2 Millionen Erwerbsjahre aus. Damit verursachte Arbeitsunfähigkeit einen Produktionsausfall anhand der Lohnkosten von etwa 40 Milliarden Euro. Die deutsche Volkswirtschaft verlor deshalb durch ausfallende Arbeitsproduktivität rund 73 Milliarden Euro an Bruttowertschöpfung [1]. Die Auswirkungen dieser Ereignisse wirken direkt als Stillstand, Produktionsausfall, organisatorischer Mehraufwand oder Sachschäden und beeinflussen so die Ergebnisse jedes Unternehmens.

Um die Gewährleistung der Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten insbesondere auch vor dem Hintergrund des gestiegenen Wettbewerbs und der derzeitigen schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu meistern, bedarf es moderner und praxisorientierter Ansätze. Gefragt ist ein System für eine flexible betriebliche Organisation des Arbeitsschutzes – ein Arbeitsschutzmanagementsystem (AMS). Viele Unternehmer schreckt dieser Begriff ab, dabei sind die Hürden zu dessen Einführung gar nicht so hoch, wie man allgemein vermutet. Das Arbeitsschutzmanagement ist d a s Instrument der Prävention im Unternehmen. Es systematisiert die Anforderungen, die an das Unternehmen ohnehin gestellt werden. Unterweisungsnachweise, Unfallanzeigen, Betriebsanweisungen, Gefährdungsbeurteilungen — all das sind Beispiele für Dokumente, die in einem AMS zusammenfließen.

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