Arbeitsschutzlexikon

Vogelgrippe

Die Vogelgrippe ist eine seit über 100 Jahren bekannte Erkrankung bei Vögeln, die weltweit verbreitet ist. Sie wird vom Influenza-A-Virus verursacht, das in 16 Unterarten (sog. H-Subtypen) vorkommt. Sie befällt Wildvögel, Ziervögel und Geflügel in Tierhaltung, hier vor allem Hühner und Puten. Seit 2003 breitet sich die Vogelgrippe in Asien aus. Die Übertragung vom Tier auf den Menschen kam bisher fast ausschließlich bei engem Kontakt zu infizierten Tieren vor. Seit Ende 2003 traten in Thailand, Vietnam, Kambodscha und in Indonesien einzelne Erkrankungen beim Menschen auf, zuletzt mit zunehmender Tendenz. Mittlerweile ist die Vogelgrippe in Europa angekommen.

Seit 1997 ist bekannt, dass bei intensivem Kontakt mit erkrankten Tieren Vogelgrippeviren auch auf den Menschen übertragbar sind. Das Virus findet sich in Sekreten der Atemwege der Vögel. Es ist aber vor allem im Kot infizierten Geflügels konzentriert. Die Übertragung auf den Menschen findet vermutlich hauptsächlich durch Inhalation virushaltiger Staubteilchen bzw. durch Tierkontakt bei mangelnder Händehygiene statt. In wenigen Fällen wird die Übertragung durch den Genuss roher Geflügelgerichte erklärt.

Menschen werden insgesamt gesehen nur sehr selten von Vogel-Influenzaviren infiziert. Infektionen konnten jedoch bei mangelnder Händehygiene oder der Inhalation erregerhaltiger Stäube beobachtet werden. Übertragungen von Mensch zu Mensch ohne Tierkontakt wurden bisher noch nicht beschrieben.

Das Risiko, sich mit dem Geflügelpestvirus durch erkranktes Geflügel zu infizieren, ist für Menschen sehr gering, sollte aufgrund bisheriger Beobachtungen aber ernst genommen werden.

Eine Gefährdung von Beschäftigten würde sich bei Auftreten von Fällen der Vogelgrippe in Deutschland nach bisherigen Erkenntnissen bei einem direkten Kontakt mit infizierten Tieren und kontaminierten Produkten bzw. Materialien ergeben.

Tätigkeiten mit einer derartigen Gefährdung sind insbesondere möglich

  • in der Geflügelhaltung
  • in der Veterinärmedizin
  • bei der Tötung von Geflügel
  • bei der Tierkörperbeseitigung
  • bei Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten in kontaminierten Bereichen.

Bei gefährdeten Personen muss ein ungeschützter Kontakt mit erkrankten Tieren durch geeignete Schutzkleidung, Schutzhandschuhe und Schutzbrille vermieden werden. Soweit Aerosolbildung nicht vermieden werden kann, ist Atemschutz erforderlich.

Die Vogelgrippe beim Menschen beginnt etwa zwei bis fünf Tage nach der Ansteckung und verläuft ähnlich einer schweren Grippe mit hohem Fieber, Kopf- und Halsschmerzen, Husten, Gliederbeschwerden und Lungenentzündung. Etwa die Hälfte der Kranken leiden unter Durchfall, Übelkeit und Bauchschmerzen können hinzukommen. Als Komplikation tritt häufig ein Lungenversagen auf. Etwa die Hälfte der Kranken starben bisher.

Für die Gefährdungsbeurteilung nach BiostoffV steht ein Biostoff-Datenblatt zur Verfügung, dass als pdf-datei herunter geladen werden kann.

Weitere Informationsquellen:

  • Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
  • Robert-Koch-Institut
  • Auswärtiges Amt: Merkblatt