Arbeitsschutzlexikon

Sicherheitskennzeichen

Ein Sicherheitskennzeichen ist ein Zeichen, das durch Kombination von geometrischer Form und Farbe sowie Bildzeichen eine bestimmte Sicherheits- und Gesundheitsschutzaussage ermöglicht.

Anwendung:

Eine Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung muss eingesetzt werden, wenn Risiken oder Gefahren trotz

  • Maßnahmen zur Verhinderung der Risiken oder Gefahren,
  • des Einsatzes technischer Schutzeinrichtungen und
  • arbeitsorganisatorischer Maßnahmen, Methoden oder Verfahren

verbleiben.

Verhalten:

Die Beschäftigten (Versicherten) müssen die Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung befolgen.

Gültigkeitsbereich:

für Beschäftigte lt. Unfallverhütungsvorschrift BGV A8 in Arbeitsstätten.

Arten von Sicherheitskennzeichen:

  1. Verbotszeichen
  2. Warnzeichen
  3. Gebotszeichen
  4. Rettungszeichen Richtungsangabe Rettungszeichen für Erste-Hilfe-Einrichtungen Rettungszeichen für Rettungswege und Notausgänge/Türen im Verlauf von Rettungswegen
  5. Brandschutzzeichen
Kombination von geometrischer Form und Sicherheitsfarbe und ihre Bedeutung für Sicherheitszeichen



Rechtsquellen:

. Benutzen (Anwendung durch Beschäftigte)
EU -Recht D -Recht  D -Unfallvers.
Rahmen-Richtlinie (89/391/EWG)
Richtlinie + Gesetz 92/58/EWG  (ArbSchG)
Verordnung + UVV   - BGV A8 
sonstige Normen   -  
DIN 4844-1: 2002-11
DIN 4844-2: 2001-02

Weitere Informationsquellen:

Sicherheitskennzeichen: Die neue DIN 4844-1: 2002-11

Die Überarbeitung der DIN 4844-1: 2002-11 erfolgte im Zusammenhang mit der Überarbeitung von ISO 3864: 1984 und der Berufsgenossenschaftlichen Vorschrift BGV A8 (bisher VBG 125).

  • Gegenüber DIN EN 61310-1 wurden die Beobachtungsabstände (Erkennungsweiten) auf der Grundlage der Formel (h = E/Z) bestimmt. Die Tabellen 1 bis 10 für die verschiedenen Zeichenarten wurden angepasst.
  • Der Abschnitt 4.10 wurde hinsichtlich der Anwendung der Sicherheitsmarkierung an die BGV A8 angepasst.
    Die Farbmischung “Signalgelb” bzw. “DIN 5381-Gelb” wurde im CMYK-Druckerfarbmodell auf Cyan 0%, Magenta 0%, Yellow 100% und Black 0% geändert. (siehe Tabelle 11 “Farben für Aufsichtsfarben bei Sicherheitszeichen” im Abschnitt 5 “Farbbereiche für Sicherheitsfarben”) Vorher waren es C 0%, M 15%, Y 100% und K 0%.

Berichtung der DIN 4844-1: 2002-11 “Sicherheitskennzeichnung – Teil 1: Maße, Erkennungsweiten”

(DIN-Mitteilung: Berichtigung 1 zu DIN 4844-1) In der Tabelle 7 “Brandschutzzeichen, rechteckig” wurde die Vorzugszeichengröße a x b in 25 x 50 und g = 0,6 geändert.
DIN 4844-2/A1: 2004-05 (Mai 2004).
Der Normenausschuss “Sicherheitstechnische Grundsätze” (NASG) im DIN e.V. fügt mit der Änderung A1 das Sicherheitskennzeichen “Automatisierter externer Defibrillator (D-E017)” ein Rettungszeichen i.S. Abschnitt 2.4 ein. Mit diesem Sicherheitskennzeichen wird der Standort eines Defibrillators gekennzeichnet.

Hinweis der “Sicher Arbeiten”-Redaktion:

Ungeachtet der Diskussion innerhalb der Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe in wieweit Laien mit dem Gerät umgehen dürfen, empfehlen Notfallmediziner die Frühdefibrillation mit automatisierten externen Defibrillatoren (kurz AED) durch Erst- und Laienhelfer. Die neuartigen Geräte sind äußerst kompetent und dabei ganz simpel zu bedienen.

Schneller als der Notarzt! Mit einem AED kann jeder Ersthelfer dem Betroffenen schnell, effektiv und sicher helfen! Das Handling der Geräte beherrscht man nach kurzer Einweisung. Ein AED “spricht” mit dem Ersthelfer, sagt ihm, wie er vorzugehen hat. Kaum hat man die zwei Elektroden auf den Brustkorb des Patienten geklebt, legt der AED los. Selbsttätig schreibt er ein EKG, selbsttätig wertet er es aus, und nur bei tatsächlich vorliegendem Herzkammerflimmern gibt er die Schocktaste frei. Ist der Patient ohnmächtig, oder aus anderen Gründen nicht ansprechbar, bleibt die Taste gesperrt, und das Gerät gibt Anweisung zu anderen Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Eine Anschaffung eines Defibrillators (AED) ist nur für Unternehmen empfehlenswert, die auf Grund ihrer Gefahrenlage es für sinnvoll erachten. Wie z.B. in Verkehrsträgern oder Einrichtungen wo ein Notfallmediziner nicht innerhalb von 15 Minuten anwesend sein kann.