Arbeitsschutzlexikon

Schulpraktikum: Praktikanten (13-18 Jahre) – was ist zu beachten?

1. Mindestalter

Bei vollzeitschulpflichtigen Schülerinnen und Schülern (Kinder), die das 13. Lebensjahr vollendet haben. (§ 5 Abs.2 Nr.1 JArbSchGund § 1 KindArbSchV)

2. Beschäftigungsdauer

Es gilt die 35-Stunden-Woche bei einer täglichen Arbeitszeit von 7 Stunden (nach § 5 Abs. 2 Nr. 2 JArbSchG i.V. § 7 JArbSchG). Die erste Pause ist nach 4½ Sunden (max. 6 h) einzulegen bzw. länger als 4 Stunden hintereinander dürfen Jugendliche nicht beschäftigt werden (§ 11(2) JArbSchG).

Nur für Jugendliche (ab 15 – 18 Jahre):
Die Schichtzeit bei Schichtarbeit darf grundsätzlich 10 Stunden nicht überschreiten. Im Gaststättengewerbe, in der Landwirtschaft, in der Tierhaltung, auf Bau- und Montagestellen darf die Schicht 11 Stunden dauern. Durch Tarifvertrag ist eine weitere Anpassung möglich. (§ 12 JArbSchG)

Eine Beschäftigung außerhalb von 6.00 bis 20.00 Uhr ist nicht erlaubt. (§ 14 JArbSchG ). Ausnahmen:

  • Jugendliche über 16 Jahre dürfen im Gaststätten- und Schaustellergewerbe bis 22 Uhr, in mehrschichtigen Betrieben bis 23 Uhr, in der Landwirtschaft ab 5 Uhr oder bis 21 Uhr und in Bäckereien und Konditoreien ab 5 Uhr,
  • Jugendliche über 17 Jahre dürfen in Bäckereien ab 4 Uhr,
  • andere Zeiten nur nach vorheriger Anzeige an die Aufsichtsbehörde (Gewerbeaufsicht).

3. Art der Beschäftigung:

Es dürfen nur leichte Arbeiten ausgeführt werden. (§§ 22 -27 JArbSchG bzw. § 2 KindArbSchV)

Beschäftigungsbeschränkungen:

  • keine gefährlichen Arbeiten (z.B.: Umgang mit Gefahrstoffen, Arbeiten in engen Räumen, usw.),
  • keine Akkordarbeit oder tempoabhängige Arbeit,
  • keine Sicherungsarbeiten ausführen (z.B.: als Sicherungsposten),
  • keine Schweiß-, Schneid- o.ä. Feuerarbeiten,
  • keine Fahrzeuge führen (z.B.: Krane, Flurförderzeuge, Baufahrzeuge, u.ä.),
  • keine Arbeiten in Kühl- und Nassräumen (z.B. in Brauereien und Schlachthöfen u.a. das Betreiben, Reinigen und Instandhalten von Nahrungsmittelmaschinen und von Fleischereimaschinen sowie das Einrichten von Holzbearbeitungsmaschinen),
  • keine Arbeiten in medizinischen Einrichtungen mit erhöhter Infektionsgefahr,
  • keine Arbeiten an Tankstellen (Kraftstoffe und Schmierstoffe: gelten als krebserzeugende Gefahrstoffe)
  • Heben und Tragen: Kinder (ab 13 bis 15) sollten nicht mehr als 7,5 kg, weibliche Jugendliche nicht mehr als 10 kg und männliche Jugendliche nicht mehr als 20 kg heben bzw. tragen.

4. Ärztliche Untersuchungen:

Ärztliche Untersuchungen sind nicht erforderlich.

5. Unterweisung / Einweisung:

Vom Arbeitgeber muss der Jugendliche vor Beginn der Beschäftigung über die Unfall- und Gesundheitsgefahren, sowie über die Einrichtungen und Maßnahmen zur Abwendung dieser Gefahren unterwiesen werden. (§ 29 JArbSchG und nach UVV BGV A1)

Themen (BGV A1, BGV A3, Anh. II BetrSichV, GefStoffV) z.B.:

  • Arbeitsort,
  • Verkehrswege,
  • Vorbeugender Brandschutz im Unternehmen,
  • Pausenräume und -zeiten,
  • Mängel melden,
  • nur Geräte, Anlagen oder Maschinen bedienen die zu seiner Arbeitsaufgabe gehören,
  • keine Reparaturen durchführen,
  • Einweisung in die Arbeitsaufgabe.

6. Hinweise für den Arbeitgeber:

Schülerinnen und Schüler sind über die gesetzliche Unfallversicherung des Schulträgers (z.B. Unfallkasse Sachsen-Anhalt) versichert.

Rechtsquellen:

. Benutzen (Anwendung durch Beschäftigte) .
EU -Recht D -Recht  D -Unfallvers.
Rahmen-Richtlinie 89/391/EWG  
Richtlinie + Gesetz    ArbSchG + SGB VII 
JArbSchG 
Verordnung + UVV   KindArbSchV BGV A1
sonstige Normen       

Bei der Beschäftigung von Schülern finden die Vorschriften §§ 8 - 31 des Jugendarbeitsschutzgesetzes (JArbSchG) entsprechend Anwendung. Besonders müssen Gefährliche Arbeiten (§22 JArbSchG) und Akkordarbeit; tempoabhängige Arbeit (§23 JArbSchG) beachtet werden.
Hinweis: Beschäftigung von Schülerinnen und Schülern während der Schulzeit (KindArbSchV).

Weitere Informationsquellen: