Arbeitsschutzlexikon

Arbeitsbelastungen: Psychische Belastungen

Rechtsquellen:

. Benutzen (Anwendung durch Beschäftigte) .
EU -Recht D -Recht  D -Unfallvers.
Rahmen-Richtlinie 89/391/EWG  
Richtlinie + Gesetz  
(
ArbSchG + SGB VII)
Verordnung + UVV      
sonstige Normen      

Psychische Belastungen verursachen frühzeitigen Tod

(Genf 6/2001)- Psychische Gesundheitsprobleme und Stress sind in Europa nach Auskunft der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die häufigsten Ursachen für vorzeitige Todesfälle. Besondere Aufmerksamkeit müsse deshalb den am meisten gefährdeten Gruppen gelten wie Flüchtlingen, Behinderten, allein Lebenden, Jugendlichen sowie allen Menschen, die mit Gewalttätigkeit oder Missbrauch konfrontiert seien, forderte die WHO auf ihrer Jahresversammlung in Genf. In einer Studie heißt es, Diskriminierung und Stigmatisierung verhinderten vielfach, dass Menschen mit psychischen Gesundheitsproblemen medizinische Hilfe suchen. Kritisiert wurde auch, dass sich Arbeitgeber oft sträubten, Mitarbeiter einzustellen, die psychische Probleme hatten. Das Thema “psychische Gesundheit” ist einer der Schwerpunkte der neuntägigen Jahresversammlung der 191 WHO-Mitgliedsländer. In Europa lasse sich ein Zusammenhang zwischen den raschen gesellschaftlichen Veränderungen und der Häufigkeit von psychischen Gesundheitsproblemen erkennen, heißt es weiter. Arbeitslosigkeit, Unterbeschäftigung, Angst um den Arbeitsplatz, Armut, Obdachlosigkeit, Krieg sowie wirtschaftliche und politische Umwälzungen stellten bei manchen Glaube und Hoffnung auf eine harte Probe und ließen sie verzweifeln. Weitere Probleme seien auseinander driftende Werte und Normen, planlose Verstädterung sowie der Verlust persönlicher Kontakte durch moderne Informationstechnologien.

Neue Arbeitsbedingungen führen zu neuen Krankheiten

(sa 5/2001) Zu hoher Stress im Beruf ist nach Aussagen von Arbeitsmedizinern mit verantwortlich für das Entstehen von Herzerkrankungen. Die industrielle “just-in-time-Produktion” wie auch die Informationsflut durch neue Medien könne ein Risiko darstellen, erläuterten Experten nun bei der 41. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Arbeits- und Umweltmedizin (DGAUM) in Erlangen.
Der Wandel in der Arbeitswelt führe zu ganz neuen Krankheitsbildern, betonte DGAUM-Präsident Professor Claus Piekarski. Nach dem klassischen Arbeitsschutz gehörten heute deshalb vor allem Gesunderhaltung und Gesundheitsförderung zu den vordringlichen Aufgaben der Arbeitsmedizin.
Nach vorsichtigen Schätzungen litten rund 300.000 Arbeitnehmer in Deutschland einmal im Jahr an Hautproblemen, die im Zusammenhang mit ihrem Beruf ausgelöst wurden, erläuterte Tagungspräsident Professor Hans Drexler. Oft seien die Beschwerden so gering, dass kein Arzt aufgesucht werde, sagte der Direktor des Instituts für Arbeits- und Umweltmedizin der Universitätsklinik Nürnberg-Erlangen. In rund 10.000 Fällen werde das Leiden als Berufskrankheit anerkannt. Bei rund 150.000 Menschen begünstige die Arbeit das Entstehen von Bronchialasthma.