Arbeitsschutzlexikon

Flucht- und Rettungsplan

    Flucht- und Rettungspläne sollen für den Gefahrfall im Betrieb die Voraussetzungen schaffen für

  • das Verhalten der Arbeitnehmer (z.B. bei Brand, Gasaustritt)
  • die Flucht der Arbeitnehmer ins Freie oder in einen gesicherten Bereich
  • die Rettung gefährdeter Arbeitnehmer durch betriebseigene oder -fremde Hilfskräfte aus der Arbeitsstätte
  • die schnelle Übersicht über vorhandene Hilfsmittel (z.B. Feuerlöscher, Löschdecken, Tragen).

Rechtsquellen:

. Benutzen (Anwendung durch Beschäftigte)
EU -Recht D -Recht D -Unfallvers.
Rahmen-Richtlinie 89/391/EWG
Richtlinie + Gesetz 89/654/EWG (ArbSchG + SGB VII)
Verordnung + UVV § 4 Abs.4 ArbStättV
sonstige Normen ASR A1.3 (Pkt.6)
ASR A2.3 (Pkt. 9)

DIN ISO 23601:2010-12

BGI 560

Weitere Informationsquellen:

  • Beispiel nach Anhang 3 DA BGV A8 oder Anlage 3 ASR A1.3
  • Brandschutz: Notfalldokumente – Planunterlagen für den Not- und Havariefall (Vorbeugender Brandschutz nach § 10 ArbSchG)

Anwendung:

    Flucht- und Rettungspläne sind aufzustellen:

  • wenn durch die Lage der Arbeitsstätte oder von Teilen der Arbeitsstätte ungünstige Flucht- und Rettungsmöglichkeiten vorliegen.
  • wenn die Ausdehnung der Arbeitsstätte dies erfordert.
  • wenn durch die Art der Nutzung eine erhöhte Gefährdung gegeben ist.

Verhalten:

Der Arbeitgeber hat die Arbeitnehmer über den Inhalt der Flucht- und Rettungspläne zu informieren.
Die Pläne sind an geeigneter Stelle in der Arbeitsstätte (z.B. “Schwarzes Brett”, gefährdete Arbeitsplätze oder -bereiche) auszuhängen. Sie sind ferner so zu hinterlegen, dass sie den Rettungsmannschaften jederzeit zur Verfügung stehen. Die Häufigkeit der Übungen für den Gefahr- und Katastrophenfall richtet sich insbesondere nach der räumlichen Ausdehnung der Arbeitsstätte, der Zusammensetzung der Beschäftigten und der besonderen Gefahrenlage.
.

Gültigkeitsbereich:

  • Arbeitsstätten
  • Gebäude mit Besucherverkehr (wie z.B. Verkaufsräume, Versammlungsstätten usw.)

Anforderungen an “Flucht- und Rettungsplänen”:

    Mindestanforderung an der zeichnerischen Darstellung:

  • Größe: Format A3 (auf einem Hintergrund der signalweißen oder langnachleuchtend ist, Ausnahme: A4-Format für Hotelzimmer und Klassenzimmer)
  • Grundriss der baulichen Anlage vorzugsweise im Maßstab 1:100 (anderer Maßstab 1:250 und für einzelne Räume 1:350 zulässig)
  • Schriftgröße: 2 mm (Kopfzeile für A3: 13 mm)
  • Größe der Sicherheitszeichen: mind. 7 mm (bevorzugt 10 mm)
  • Linienbreite: bauliche Anlage 1,6 mm; innere Trennwände 0,6 mm; sonstige bauliche Strukturen 0,15 mm
  • Standort des Betrachters: Standortpunkt mit Sicherheitsfarbe Blau und Bezeichnung “Sie befinden sich hier”
  • Richtungspfeil gemäß ISO 3863-3, Pfeil Typ D
  • Material muss lichtbeständig und feuchtebeständig sein
  • muss aktuell und übersichtlich sein
  • jeweils Standort bezogen und lagerichtig dargestellt werden
  • Rettungs- und Brandschutzzeichen sind ortsbezogen einzutragen
    Mindestinhalt und -darstellung

  • Kopfzeile
  • Grundriss
  • Übersichtsplan (Grundstück mit Sammelstelle)
  • Rettungswege
  • Rettungs- und Brandschutzzeichen
  • Standort des Betrachters
  • Verhaltensregeln
  • Legende
  • Zeichnungskopf
  • Anbringung (Planmitte sollte in etwa 1,60 m Höhe angebracht sein.)
  • Prüfung (mindestens alle 2 Jahre)

Musterbeispiele der Fa. SIDI Blume:

Dienstleistungen von SIDI BLUME: Dokumentendienst

F-& R-Plan für ein Verwaltungsgebäude
(im A3-Querformat)
F-& R-Plan für eine Fertigungshalle
(im A3-Hochformat)

Musterplan -Beispiele:

1. Beispiel nach Anlage 3 der ASR A1.3 bestehend aus:
Gebäudeplan mit den Angaben

  • Fluchtwege und Treppenräume,
  • Brandschutztechnische Einrichtungen (Feuerlöscher, Druckknopfmelder),
  • Einrichtungen der Erste Hilfe (Verbandkasten, Tragen, Arzt).
schriftliche Anweisungen
Legende und Übersichtsplan
2. Beispiel aus DIN 4844-3: 2003-09