Arbeitsschutzlexikon

Ferienarbeit, Ferienjobs – Was ist zu beachten?

  1. Mindestalter:
    Bei vollzeitschulpflichtigen Schülerinnen und Schülern: Das 15. Lebensjahr muss vollendet sein. (§ 2 JArbSchG)
  2. Beschäftigungsdauer:
    Maximal 4 Wochen in den Schulferien, die zugelassene Beschäftigung braucht nicht zusammenhängend zu sein, sie kann auf das Jahr verteilt werden. (maximal 20 Ferienjobtage im Jahr§ 5(4) JArbSchG)

    Es gilt die Fünf-Tage-Woche bei einer täglichen Arbeitszeit von 8 Stunden und einer Ruhepause von 1 Stunde. Wenn freitags verkürzt gearbeitet wird, darf die Arbeitszeit 8,5 Stunden (von Montag-Donnerstag) nicht übersteigen. (§ 8 JArbSchG)

    Eine Beschäftigung außerhalb von 6.00 bis 20.00 Uhr ist nicht erlaubt. (§ 14(1) JArbSchG)

    Die erste Pause ist nach 4½ Sunden (max. 6 h) einzulegen. Jugendliche dürfen nicht länger als 4½ Stunden hintereinander beschäftigt werden (§ 11(2) JArbSchG).

    Hinweis:
    Außerhalb der Vier-Wochen-Regelung gelten weitere Bestimmungen zum Schutz vollzeitschulpflichtiger Jugendlicher, die für Kinder ab 13 Jahre ganzjährig anzuwenden sind. Die für mindestens 13 Jahre alte Kinder und vollzeitschulpflichtige Jugendliche erlaubten Tätigkeiten (§ 2 KindArbSchV) sind in der Kinderarbeitsschutzverordnung abschließend aufgeführt.
  3. Arten der Beschäftigung:
    Es dürfen nur leichte Arbeiten ausgeführt werden. (§§ 22 -27 JArbSchG)
    Beschäftigungsbeschränkungen:

    • keine gefährlichen Arbeiten (z.B.: Umgang mit Gefahrstoffen, Arbeiten in engen Räumen, usw.),
    • keine Akkordarbeit oder tempoabhängige Arbeit,
    • keine Sicherungsarbeiten ausführen (z.B.: als Sicherungsposten),
    • keine Schweiß-, Schneid- o.ä. Feuerarbeiten,
    • keine Fahrzeuge führen (z.B.: Krane, Flurförderzeuge, Baufahrzeuge, u.ä.),
    • keine Arbeiten in Kühl- und Nassräumen (z.B. in Brauereien und Schlachthöfen),
    • keine Arbeiten in medizinischen Einrichtungen mit erhöhter Infektionsgefahr,
    • keine Arbeiten an Tankstellen (Kraftstoffe und Schmierstoffe: gelten als krebserzeugende Gefahrstoffe)
    • Heben und Tragen: Weibliche Jugendliche sollten nicht mehr als 10 kg, männliche Jugendliche nicht mehr als 20 kg heben bzw. tragen.
  4. Ärztliche Untersuchungen:
    Ärztliche Untersuchungen sind nicht erforderlich.

  5. Unterweisung / Einweisung:
    Der Jugendliche muss durch den Arbeitgeber vor Beginn der Beschäftigung über die Unfall- und Gesundheitsgefahren, sowie über die Einrichtungen und Maßnahmen zur Abwendung dieser Gefahren unterweisen werden. Themen (BGV A1, BGV A3, Anh. II BetrSichV, GefStoffV) z.B.:

    • Arbeitsort,
    • Verkehrswege,
    • Vorbeugender Brandschutz im Unternehmen,
    • Pausenräume und -zeiten,
    • Mängel melden,
    • nur Geräte, Anlagen oder Maschinen bedienen, die zur Arbeitsaufgabe gehören,
    • keine Reparaturen durchführen,
    • Einweisung in die Arbeitsaufgabe.
  6. Hinweise für den Arbeitgeber:
    Schülerinnen und Schüler sind über die gesetzliche Unfallversicherung (Berufsgenossenschaft) des Arbeitgebers mitversichert. Im Krankheitsfall tritt die Familien-Krankenversicherung ein.

    Für Schüler gelten grundsätzlich die Regelungen für geringfügige Beschäftigte. D. h., wenn diese einen Ferienjob übernehmen, ist der Job Kranken- und Rentenversicherungsfrei, wenn die Grenzen für die wöchentliche Arbeitszeit und für das Arbeitsentgelt eingehalten sind, sowie bei kurzfristiger Beschäftigung die Zweimonatsgrenze nicht überschritten wird

Rechtsquellen:

. Benutzen (Anwendung durch Beschäftigte) .
EU -Recht D -Recht  D -Unfallvers.
Rahmen-Richtlinie 89/391/EWG  
Richtlinie + Gesetz    ArbSchG + SGB VII  
JArbSchG 
{
TzBfG }
Verordnung + UVV   KindArbSchV  BGV A1
sonstige Normen       

Bei der Beschäftigung von Schülern finden die Vorschriften §§ 8 – 31 des Jugendarbeitsschutzgesetzes (JArbSchG) entsprechend Anwendung. Besonders müssen Gefährliche Arbeiten (§ 22 JArbSchG) und Akkordarbeit; tempoabhängige Arbeit (§ 23 JArbSchG) beachtet werden.
Hinweis: Beschäftigung von Schülerinnen und Schülern während der Schulzeit (KindArbSchV).

Keine Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung

(Stand: Jan.2002) Für Schüler gelten grundsätzlich die Regelungen für geringfügige Beschäftigte Beschäftigungen, d. h., wenn sie einen Ferienjob übernehmen, ist dieser in der Kranken- und Rentenversicherung versicherungsfrei, wenn die Grenzen für wöchentliche Arbeitszeit und für das Arbeitsentgelt (siehe: Geringfügig entlohnt Beschäftigungen sowie bei kurzfristige Beschäftigungen die Zweimonatsgrenze nicht überschritten werden.

In der Arbeitslosenversicherung sind Schüler, die während der Dauer ihrer Ausbildung an einer allgemeinbildenden Schule eine Beschäftigung ausüben, generell beitragsfrei. Dies gilt nicht, wenn der Schüler schulische Einrichtungen besucht, die der Fortbildung außerhalb der üblichen Arbeitszeit dienen.

Anders ist es nach der Schulentlassung:
Wer zwischen Schulabschluss und Beginn eines Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnisses eine Aushilfsbeschäftigung übernimmt, ist bereits berufsmäßiger Arbeitnehmer.
In der Praxis bestehen allerdings unterschiedliche Auffassungen darüber, zu welchem Zeitpunkt die Schülereigenschaft endet. Die Sozialversicherungsträger vertreten die Auffassung, dass als Zeitpunkt der Schulentlassung der Tag der Ausstellung des letzten Zeugnisses anzusehen ist; das bedeutet, dass Beschäftigungen vor diesem Zeitpunkt grundsätzlich nicht berufsmäßig ausgeübt werden und deshalb versicherungsfrei sind.

Wer zwischen Schulabschluss und Studium oder zwischen Schulabschluss und Wehrdienst eine Aushilfstätigkeit übernimmt, beginnt noch nicht mit dem Berufsleben; er gilt deshalb nicht als berufsmäßiger Arbeitnehmer.

400-EUR-JOB

Seit dem 1.April 2003 gelten neue Regelungen für geringfügige Beschäftigungen (auch 400-Euro-Job genannt). Besondere Regelungen sind auch in der sogenannten Gleitzone (zwischen 400,01 und 800 Euro) zu beachten. Siehe dazu die Informationen zum 400-Euro-Job.

Tabelle

(Quelle: BArbBl. 9/2003 S.8, “Förderung der Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt”, Artikel ist zuerst erschienen im Wirtschaftsbericht 2003, “Brücken in den Arbeitsmarkt”, Kapitel II/5 herausgegeben vom BMWA)

Regeln für geringfügige Beschäftigung und den Niedriglohnsektor

  Neue Mini-Jobs (bis 400 EUR) Neue Midi-Jobs (401-800 EUR)
Allgemein im Privathaushalt Allgemein Im Privathaushalt
Arbeitnehmer
  • Freistellung von Sozialabgaben, auch bei Nebenerwerb; Aufstocken des RV-Beitrags auf 19,5 % möglich
  • Freistellung von Steuern, auch bei Nebenerwerb
  • Je nach Einkommenshöhe zwischen 4 % und 21 % Sozialversicherungsbeitrag
  • Besteuerung über Lohnsteuerkarte (nach persönlichem Steuersatz)
Arbeitgeber 11 % KV;
12 % RV;
2 % Pauschalsteuer
5 % KV;
5 % RV;
2 % Pauschalsteuer;
10 % der Aufwendungen, max. 510 Euro im Jahr absetzbar
  • 21 Sozialversicherungsbeitrag (voller Anteil)
  • 12 % der Aufwendungen, max. 2.400 Euro im Jahr absetzbar
RV: Gesetzliche Rentenversicherung; KV: Gesetzliche Krankenversicherung

Regeln für Ferienjobs

(BMAS-Pressemitteilung, 04.08.2006)
Sommer, Sonne, Ferienjobzeit! Viele Jugendliche möchten die schulfreie Zeit dazu nutzen, um ihr Taschengeld aufzubessern, sich in der Berufswelt zu orientieren oder um erste wichtige Kontakte für einen späteren Start in das Berufsleben zu knüpfen. Aber wie bei der richtigen Arbeit gibt es Regeln, die man hier beachten muss.
Siehe “Sozialpolitische Informationen” SPI-Ausgabe 04/2006 auf der Seite 3, Herausgeber: BMAS.

Neues Arbeitsblatt für Schülerinnen und Schüler: Die Jagd nach dem Ferienjob

(BMAS-Pressemitteilung, 22.06.2006)
Die Arbeitsgemeinschaft “Jugend und Bildung” hat im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales ein neues Arbeitsblatt für Schülerinnen und Schüler erstellt. Thema diesmal: Die Jagd nach dem Ferienjob.
Was ist bei der Wahl des Ferienjobs zu beachten? Welche Regelungen gelten? Wie finde ich den Richtigen? Neben dem hier downloadbaren Arbeitsblatt und Schaubild gibt es weiterführende Infos, Links, Schaubilder und Anregungen für den Unterricht unter: www.sozialpolitik.com.

Download als PDF [hier]

Weiterführende Informationen: Sozialpolitik “Ferienjobs – das ist zu beachten”