Arbeitsschutzlexikon

Gesundheitsgefährdungen durch elektromagnetische Felder

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EU -Recht D -Recht  D -Unfallvers. EU -Recht D -Recht  D -Unfallvers.
Rahmen-Richtlinie 89/391/EWG    
Richtlinie + Gesetz 92/57/EWG  
(
ArbSchG + SGB VII)
   
Verordnung + UVV   BaustellV        
sonstige Normen   RAB 30        

Gesundheitsgefährdungen durch elektromagnetische Felder

(mg, BMU-Pressedienst 10/2001) Die Strahlenschutzkommission (SSK) des Bundes hat sich für verstärkte Erforschung möglicher Gesundheitsgefährdungen durch elektromagnetische Felder ausgesprochen. Es sei notwendig, die Kenntnisse über gesundheitliche Beeinträchtigungen zu verbessern. Derzeit sieht die Kommission aus wissenschaftlicher Sicht jedoch keine Notwendigkeit, die geltenden Grenzwerte für elektromagnetische Felder zu verändern. Auch nach Bewertung der aktuellen wissenschaftlichen Literatur sei nicht nachweisbar, dass die gültigen Grenzwerte keinen ausreichenden Schutz der Bevölkerung vor Gesundheitsbeeinträchtigungen gewährleisten würden. Dies ist die Kernaussage der Empfehlung zu “Grenzwerten und Vorsorgemaßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor elektromagnetischen Feldern”, die die Kommission auf ihrer jüngsten Sitzung Ende vergangener Woche beschloss. Damit bestätigt die SSK, dass die geltenden Grenzwerte vor nachgewiesenen Gesundheitsgefahren ausreichend schützen. Bundesumweltminister Jürgen Trittin will jetzt prüfen, inwieweit sich aus den Empfehlungen der SSK Auswirkungen auf die geplante Novellierung der Elektrosmog-Verordnung ergeben.

In den Empfehlungen nimmt die SSK eine umfassende wissenschaftliche Bewertung der vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse zu allen Arten von elektromagnetischen Feldern vor. Neben den hochfrequenten elektromagnetischen Feldern, wie sie beim Mobilfunk auftreten, sind dies die niederfrequenten Felder, die vor allem durch Hochspannungsleitungen erzeugt werden. Für beide Bereiche ging die SSK auch der Frage nach, ob ein wissenschaftlich begründeter Verdacht auf mögliche gesundheitliche Gefahren unterhalb der geltenden Grenzwerte besteht.

In Bezug auf die Mobilfunk-Strahlungen erkennt die Kommission in einzelnen Studien mögliche Hinweise auf Gesundheitsbeeinträchtigungen. Sie stellt dazu aber fest, dass sich “auch unter Berücksichtigung des Umfangs und des Ausmaßes der Verdachtsmomente ein zusätzliches Risiko über die bisher bekannten gesundheitlichen Beeinträchtigungen hinaus nicht angeben lässt”. Auch für den Bereich der niederfrequenten Felder bieten die gegenwärtig geltenden Grenzwerte nach Ansicht der SSK einen ausreichenden Schutz von Mensch und Umwelt vor nachgewiesenen Gesundheitsbeeinträchtigungen. Nach ihrer Auffassung enthalten nationale und internationale Studien allerdings Verdachtsmomente, wonach von diesen elektromagnetischen Feldern auch unterhalb der Grenzwerte möglicherweise eine Krebsgefahr ausgehen könnte. Es handelt sich dabei in allen vorliegenden Fällen um epidemiologische Studien, die lediglich statistisch Zusammenhänge feststellen können. Bislang ist allerdings kein Mechanismus bekannt, der einen ursächlichen Zusammenhang zwischen einem erhöhten Auftreten von Krebserkrankungen und elektromagnetischen Feldern erklären könnte, so die SSK.

Die Zusammenfassung der SSK-Empfehlungen einschließlich des wissenschaftlichen Anhangs ist im Internet unter www.bmu.de/strahlenschutz abrufbar.

Charta der Grundrechte/elektromagnetische Felder (2001/C174 E/234)

SCHRIFTLICHE ANFRAGE P-4041/00 von Michael Cashman (PSE) an die Kommission (20. Dezember 2000)

Unter Berücksichtigung des “Vorsorgeprinzips” und des Artikels 24 des Entwurfs einer Charta der Grundrechte:

  • haben Kinder das Recht auf den Schutz und die Fürsorge, die für ihr Wohlergehen notwendig sind;
  • muss das Wohl des Kindes bei allen Kinder betreffenden Maßnahmen, ob sie nun von öffentlichen oder privaten Einrichtungen ergriffen werden, eine vorrangige Erwägung sein.

Kann die Kommission bestätigen, ob es Pläne gibt, den europaweiten Bau von Masten für die Übertragung von Mobilfunkinformationen zu stoppen? Es bleibt ungeklärt, in welchem Ausmaß die Nähe von derartigen Telefonmasten ernste Gesundheitsrisiken, insbesondere für Kinder, verursacht.

Antwort von Herrn Byrne im Namen der Kommission (5. Februar 2001):
Der Rat hat am 12. Juli 1999 die Empfehlung 1999/510/EG zur Begrenzung der Exposition der Bevölkerung gegenüber elektromagnetischen Feldern (von 0 Hz bis 300 GHz) ( 1 ) verabschiedet.

Die Empfehlung beruht auf dem neuesten wissenschaftlichen Kenntnisstand und enthält in einem technischen Anhang konkrete Anforderungen an die Emissionsniveaus von nichtionisierende Strahlung emittierenden Geräten, die die Bevölkerung vor gesundheitlichen Auswirkungen schützen sollen.

Für die Umsetzung der Empfehlung sind die Mitgliedstaaten zuständig. Hierzu gehören auch Vorschriften für die Standortwahl von Mobilfunkmasten. Weiterführende Studien werden im 5. Rahmenprogramm zur Forschung und technologischen Entwicklung durchgeführt mit dem Ziel, noch bestehende Lücken im wissenschaftlichen Kenntnisstand zu schließen.

Der wissenschaftliche Lenkungsausschuss der Kommission wird bis Juli 2001 seine Stellungnahme aus 1998 daraufhin überprüfen, ob die wissenschaftliche Grundlage der Ratsempfehlung im Zusammenhang mit der Entwicklung der Mobilfunktechnologie überarbeitet werden muss. Entsprechend dem von dem Herrn Abgeordneten genannten Artikel 24 der Grundrechtecharta wird die Kommission dann allen vom wissenschaftlichen Lenkungsausschuss bestätigten neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen, die noch nicht berücksichtigt worden sind, Rechnung tragen.

Mobiltelefon (“Handy”)- Strahlung: Neue Norm macht Messungen vergleichbar

(dpa/pd 9/2001) – Eine neue Norm für Mobiltelefon-Tests soll die elektromagnetische Strahlung vergleichbar machen. Die Mobiltelefon-Hersteller hätten sich verpflichtet, die einheitlich ermittelten Ergebnisse vom Oktober an zu veröffentlichen, sagte ein Fachmann der EU-Kommission in Brüssel. Damit solle die Angst der Benutzer vor möglichen Gesundheitsschäden als Folge des mobilen Telefonierens eingedämmt werden. Die ab sofort gültige Messmethode basiere auf dem Einsatz so genannter Modell- oder Phantomköpfe, erläuterte die Kommission. Die Grundnorm ermögliche einen Vergleich der Daten, die thermische Auswirkungen des Handy-Gebrauchs auf den menschlichen Organismus beschreiben. Ein kürzlich vorgelegter Bericht des Europa-Parlaments habe bestätigt, dass diese Werte durchschnittlich um die Hälfte unter den vom Rat empfohlenen Höchstwerten liegen. Ein wissenschaftlicher Ausschuss der EU-Kommission befasse sich derzeit erneut mit den Grenzwerten, sagte Mark Bogers von der Generaldirektion Unternehmen der Brüsseler Behörde. Im Oktober oder November werde von den Fachleuten eine Empfehlung zu einer möglichen Änderung der Grenzwerte erwartet. Bisher lägen der Kommission keine wissenschaftlichen Beweise für schädliche Auswirkungen des Mobiltelefon- Gebrauchs vor, betonte Bogers.

Strahlungsquelle Handy

(mg 8/2001) Die elektromagnetische Strahlung, die von Handys ausgehen beschäftigen schon seit geraumer Zeit Experten und auch die Medien. Auch wir hatten über aktuelle Entwicklungen berichtet. Momentan wird die Diskussion um die Strahlung der Mobiltelefone wieder neu entfacht. So hat kürzlich die Bild-Zeitung ihren “Strahlungstest” (www.bild.de) veröffentlicht. Die Hersteller Siemens, Nokia, Motorola und andere haben sich auf eine neue Regelung geeinigt, die Mobiltelefone aller Fabrikate vergleichbar zu machen. Ein Grenzwert soll nun angeben, wie viel Strahlung der Körper aufnimmt und z.B. im Kopf in Wärme umwandelt. Er wird in Watt je Kilogramm gemessen. Dabei gelten drei Stufen:

  • geringe Strahlung: 0 bis 0,5 Watt/Kilogramm
  • mittlere Strahlung: 0,5 bis 1 Watt/ Kilogramm
  • starke Strahlung: mehr als 1 Watt/ Kilogramm

Experten empfehlen vorsichtigen Handy-Käufern, dass ein strahlungsarmes Gerät den Wert 0,2 Watt/Kilogramm nicht überschreiten sollte. Von öffentlicher Seite gibt es die Empfehlungen des Bundesamtes für Strahlenschutz (www.bfs.de -> Presse). Darin heißt es, dass die elektromagnetischen Felder, die beim Telefonieren mit Handys auftreten im Allgemeinen sehr viel stärker als die Felder sind, denen man z.B. durch benachbarte Mobilfunkbasisstationen ausgesetzt ist. Daher hält das BfS es für besonders wichtig, die Felder, denen die Nutzer von Handys ausgesetzt sind, so gering wie möglich zu halten und empfiehlt:

  • In Situationen, in denen genauso gut mit einem Festnetztelefon wie mit einem Handy telefoniert werden kann, sollte das Festnetztelefon genutzt werden.
  • Telefonate per Handy sollten kurz gehalten werden. Falls die elektromagnetischen Felder beim Telefonieren mit Handys ein gesundheitliches Risiko bewirken sollten, kann ein kürzeres Gespräch zu einer Verringerung dieses möglichen Risikos führen.
  • Möglichst nicht bei schlechtem Empfang, z.B. aus Autos ohne Außenantenne, telefonieren. Die Leistung mit der das Handy sendet, richtet sich nach der Güte Verbindung zur nächsten Basisstation. Die Autokarosserie von z.B. verschlechtert die Verbindung und das Handy sendet deshalb mit einer höheren Leistung.
  • Verwenden Sie Handys, bei denen Ihr Kopf möglichst geringen Feldern ausgesetzt ist. Die entsprechende Angabe ist der SAR-Wert (Spezifische Absorptions Rate). Die Hersteller der Handys planen, ab Herbst die unter festgelegten Bedingungen ermittelten SAR-Werte anzugeben.
  • Nutzen Sie Head-Sets. Die Intensität der Felder nimmt mit der Entfernung von der Antenne schnell ab. Durch die Verwendung von Head-Sets wird der Abstand zwischen Kopf und Antenne stark vergrößert, der Kopf ist beim Telefonieren geringeren Feldern ausgesetzt.
  • Nutzen Sie die SMS-Möglichkeiten, da Sie dann das Handy nicht zum Kopf führen müssen.

Ganz besonders gelten diese Empfehlungen für Kinder, da diese sich noch in der Entwicklung befinden und deshalb gesundheitlich empfindlicher reagieren. Mit den oben aufgeführten Empfehlungen lässt sich die persönliche Strahlenbelastung jedoch einfach und effizient minimieren, ohne auf die Vorteile eines Handys verzichten zu müssen.

Dänemark: Kein erhöhtes Krebsrisiko durch die Nutzung von Mobiltelefonen

(mg 3/2001) Die Gefährdung durch die Strahlungen war in der Vergangenheit schon oftmals Gegenstand von Forschungsprojekten. Auch in Expertenkreisen ist man sich nicht über die schädlichen Auswirkungen auf den menschlichen Körper sicher. Eine Untersuchung in Dänemark mit 420 000 Handy-Benutzern hat jetzt kein erhöhtes Krebsrisiko für Erwachsene durch Mobiltelefone ergeben. Wie die Gesellschaft zur Krebsbekämpfung in Kopenhagen mitteilte, sei bei der bisher weltweit umfassendsten Untersuchung dieser Art für den Zeitraum der letzten drei bis maximal sechs Jahre keinerlei messbar höhere Rate von Gehirntumoren, Leukämie oder Speicheldrüsenkrebs festgestellt worden.

Zum ersten Mal wurden bei dieser Studie in großem Umfang die Daten von Mobiltelefon-Unternehmen mit denen des landesweiten Krebsregisters abgeglichen. Die dänischen Wissenschaftler betonten aber, dass die Untersuchung sich nicht auf andere mögliche Gesundheitsrisiken durch den Gebrauch von Mobiltelefonen wie Parkinson, Tinnitus, Demenz, erhöhtem Blutdruck und Gedächtnisstörungen beziehe.

Die dänische Arbeit ist Teil einer umfassenden EU-Untersuchung, deren Schlussresultat wahrscheinlich in fünf Jahren vorliegen wird.

Deutschland: Zusammenhang zwischen der Nutzung von Mobiltelefonen und Augen-Krebs möglich

(mg 3/2001) In einer Studie unter Leitung des Universitätsklinikums Essen wurde ein möglicher Zusammenhang zwischen der Entstehung von Augentumoren (Uvealmelanomen) und dem Gebrauch von Handys und Funkgeräten untersucht. Die Ergebnisse dieser Untersuchung lassen eine Erhöhung des Risikos für Augen-Krebs möglich erscheinen. 118 Personen mit dieser Erkrankung wurden im Essener Klinikum befragt, ob und wie häufig sie in der Vergangenheit Mobiltelefone benutzt hatten. Die Angaben wurden mit denen von 475 nicht erkrankten Personen verglichen. Für die “Viel-Telefonierer” ergab sich ein statistisch auffälliges 3,3-fach erhöhtes Risiko für eine Erkrankung an einem Augen-Tumor. Die Wissenschaftler des Essener Klinikums sprechen von einem aus der Studie resultierenden Anfangsverdacht, der nicht überbewertet werden dürfe.

Schweden: TCO-Gütesiegel für Mobiltelefone

(mg 3/2001) Der schwedische Gewerkschaftsbund TCO, die Zentralorganisation für Angestellte und Beamte, plant, für Mobiltelefone ein TCO-Gütesiegel zu entwickeln und damit den gleichen Weg wie bei der Norm für PC-Bildschirme einzuschlagen. Diese TCO-Normen (TCO 92, 95, 99) wurden entwickelt, weil dem Gewerkschaftsbund damals die öffentlich-rechtlichen Anforderungen nicht weit genug gingen.

Auch für Mobiltelefone soll jetzt eine TCO-Norm eingeführt werden. Der Hersteller, der bei der TCO die Vergabe eines Gütesiegels beantragt, muss die Einhaltung der Anforderungen durch Vorlage entsprechender Testberichte nachweisen. Die TCO behält sich Stichproben vor, auch in den Fertigungsstätten der Hersteller.

Der schwedische Gewerkschaftsbund hat die vorgeschlagenen Kriterien und Testmethoden öffentlich gemacht. Anregungen dazu werden bis Anfang März noch entgegengenommen.

Hochspannungsleitungen

(2001/C 113 E/247) SCHRIFTLICHE ANFRAGE E-3001/00 von Luciano Caveri (ELDR) an die Kommission (20. September 2000)
In der gesamten EU wird intensiv über die Gefahren diskutiert, die von den elektromagnetischen Feldern von Hochspannungsleitungen für die in den angrenzenden Wohngebieten lebende Bevölkerung ausgehen. Außerdem werden die Umweltschäden, die diese Leitungen in besonders schutzwürdigen Gebieten verursachen, immer stärker zur Kenntnis genommen. Aufgrund dieser gesundheitlichen und ökologischen Erwägungen wurde vorgeschlagen, sowohl die Entfernung zwischen Leitungen und Wohngebieten zu vergrößern als auch die Hochspannungskabel unterirdisch zu verlegen. Wie kann dieses Thema auf Gemeinschaftsebene sinnvoll angegangen werden?

Antwort von Herrn Byrne im Namen der Kommission (30. Oktober 2000): Um auf Gemeinschaftsebene eine gewisse Einheitlichkeit herbeizuführen und ein hohes Maß an Gesundheitsschutz vor den Auswirkungen elektromagnetischer Felder zu gewährleisten, hat der Rat am 12. Juli 1999 eine Empfehlung über die Begrenzung der Exposition der Bevölkerung gegenüber elektromagnetischen Feldern (von 0 Hz bis 300 GHz) verabschiedet (ABl. L 199 vom 30.7.1999), in der entsprechende Grenzwerte festgelegt werden. Die Umsetzung dieses rechtlichen Rahmens durch die Mitgliedstaaten wird für die von dem Herrn Abgeordneten gewünschte Einheitlichkeit in der Gemeinschaft sorgen.

Hinweis: BGV B11 “Elektromagnetische Felder” sollte am 1. April 2001 in Kraft treten. (Entwurf im pdf-Format)

Strahlenschutz-Verordnung:

BMU weist Verbände-Kritik zurück (Strahlenschutz BMU-Pressedienst Nr. 93/01)
Das Bundesumweltministerium weist die heute von Umweltverbänden geäußerte Kritik an der Strahlenschutznovelle zurück. “Die Kritik der Verbände ist widersprüchlich. Wer den Bundesrat einerseits vor einer Verwässerung unserer Vorlage warnt und ihn gleichzeitig zur Ablehnung unserer Vorlage auffordert, der erreicht höchstens, dass alles beim alten bleibt”, so BMU-Sprecher Michael Schroeren.
Dagegen führt die von der Bundesregierung beschlossene Novelle zu erheblichen Verbesserungen des Strahlenschutzes der Bevölkerung:

  • Die Grenzwerte für die zulässige radioaktive Belastung werden gesenkt. Für Personen, die beruflich radioaktiver Strahlung ausgesetzt sind, wird der Grenzwert von 50 auf 20 Millisievert reduziert.
  • Der Schutz des werdenden Lebens bei beruflich strahlenexponierten Arbeitnehmerinnen wird verbessert: Künftig gibt es noch strengere Grenzwerte und verstärkte Schutzanforderungen sowohl für das ungeborene Leben als auch für die schwangere Frau.
  • Erstmals wird bundesweit einheitlich und nach strengen Vorgaben geregelt, wann und unter welchen Umständen Stoffe aus der strahlenschutzrechtlichen Überwachung freigegeben werden dürfen. Die bundeseinheitlichen Vorgaben der Novelle lösen das bisherige uneinheitliche, einzelfallbezogene Vorgehen der Länder ab. Die sogenannte “Freigabe” von Stoffen aus dem genehmigungsbedürftigen Umgang orientiert sich an einer Obergrenze von 0,01 Millisievert im Jahr für die mögliche zusätzliche Belastung für Einzelpersonen der Bevölkerung. Das ist keine Lockerung, sondern eine deutliche Verschärfung der bestehenden Vorschriften.
  • Neu ist auch die Ausdehnung des Strahlenschutzes auf natürliche Strahlungsquellen. Damit wird etwa auch die Strahlenbelastung des fliegenden Personals von Fluggesellschaften ausdrücklich erfasst. Fluggesellschaften werden erstmals zur Ermittlung der Strahlenbelastung ihrer Angestellten verpflichtet, sobald die effektive Dosis im Kalenderjahr 1 Millisievert überschreiten kann. Dieser Wert ist schon bei 10 Transatlantikflügen erreicht. Auch für diese beruflich Strahlung ausgesetzten Personen gilt zukünftig der Jahresgrenzwert von 20 Millisievert. Zum Vergleich: Die natürliche Strahlenbelastung in Deutschland liegt durchschnittlich bei etwa 2,4 Millisievert im Jahr.


Vereinfachung der Regelung zur elektromagnetischen Verträglichkeit

(Brüssel/Berlin, 21.01.2003 um 16:59 – Europa-Online) Die Europäische Kommission hat soeben eine Überarbeitung der Richtlinie über die elektromagnetische Verträglichkeit elektrischer und elektronischer Geräte vorgeschlagen. Diese Richtlinie enthält Regeln über elektromagnetische Abstrahlungen betroffener Geräte. So darf etwa ein Mikrowellenherd den Empfang einer Radiosendung nicht stören. Auch die Einstrahlfestigkeit dieser Geräte ist in der Richtlinie geregelt. Ein Radiowecker darf sich nicht einschalten, weil in seiner Nähe ein Handy benutzt wird.

Ziel der Überarbeitung: Vereinfachung der Verfahren, die die Hersteller einhalten müssen, (Abschaffung bestimmter Verfahren, Verringerung der Kosten), unter gleichzeitiger Verbesserung der produktspezifischen Information und Dokumentation, um das Kontrollinstrumentarium der Aufsichtbehörden zu erweitern (bessere Rückverfolgbarkeit des Produkts). Wie bisher können sich die Hersteller auf harmonisierte europäische Normen stützen, um ihre Produkte zu zertifizieren und die CE-Kennzeichnung anzubringen.

Laut Erkki Liikanen, dem für Unternehmenspolitik zuständigen Mitglied der Kommission, “macht diese Überarbeitung deutlich, dass sich durch eine angemessene Vereinfachung der Rechtsvorschriften der Binnenmarkt verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit steigern lässt”.
Weitere Details über die wichtigste Merkmale der überarbeiteten Richtlinie erhalten Sie hier.
Einzelheiten zu der Richtlinie und ihrer Erarbeitung finden Sie im Internet.

Richtlinie über elektromagnetische Verträglichkeit vereinfacht

(Quelle: Kurznachrichten des Verbindungsbüros Sachsen-Anhalt in Brüssel – Nr. 03/03 31.01.2003 -Sta) Am 21.01.03 hat die EU-Kommission eine Vereinfachung der seit dem 01.01.96 geltenden Richtlinie über elektromagnetische Verträglichkeit (EMV-RL) vorgeschlagen. In dieser Richtlinie sind gemeinsame Anforderungen festgelegt, um Störungen zwischen elektrischen und elektronischen Geräten aller Art (z.B. Computeranlagen, Audio- oder Videoanlagen, Haushaltsgeräte) sowie Kraftwerke, Generatoren, Strom- und Kommunikationsnetze zu beschränken bzw. zu verhindern.

Die Vorschläge beziehen sich sowohl auf das Verfahren als auch auf die Verbesserung der produktspezifischen Information und Dokumentation, um das Kontrollinstrumentarium der EU-Kommission zu erweitern. Die bisherige Verpflichtung zur Hinzuziehung einer unabhängigen Prüf- und Kontrollstelle, die in zwei der drei Prüfverfahren bisher vorgeschrieben war, soll nunmehr entfallen.