Arbeitsschutzlexikon

Elektrische Betriebsmittel

Elektrische Betriebsmittel sind Arbeitsmittel im Sinne der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV).

(Def. nach VDE 0100-200) Elektrische Betriebsmittel sind alle Gegenstände, die zum Zwecke der Erzeugung, Umwandlung, Übertragung, Verteilung und Anwendung von elektrischer Energie benutzt werden, z. B. Maschinen, Transformatoren, Schaltgeräte, Meßgeräte, Schutzeinrichtungen, Kabel und Leitungen, Stromverbrauchsgeräte.

Die Rechtsvorschriften zu den elektrischen Betriebsmitteln lassen sich in

  • Vorschriften für das Inverkehrbringen (Geräte- und Produktsicherheit) und
  • Vorschriften für das Benutzen durch Beschäftigte / Arbeitnehmer (Arbeitssicherheit)

unterteilen.

Rechtsquellen:

. Technischer Arbeitsschutz : Arbeitsschutzgesetz

Benutzen (Anwendung durch Beschäftigte)

. Technischer Arbeitsschutz : Geräte- und Produktsicherheitsgesetze

In-Verkehr-bringen (incl. Verkauf, Vertrieb)

EU -Recht D -Recht  D -Unfallvers. EU -Recht D -Recht  D -Unfallvers.
Rahmen-Richtlinie 89/391/EWG    
Richtlinie + Gesetz 89/655/EWG 

(Ex-Schutz: 1999/92/EG)

ArbSchG 

 73/23/EWG

(Maschinen: 98/37/EG) 

(Ex-Schutz: 94/9/EG)

GPSG 
Verordnung + UVV   BetrSichV   

Elektro: BGV A3

   

1.GPSGV 

(Maschinen: 9.GPSGV)
(Ex-Schutz:
11.GPSGV)

(Elektro: Anh 3 BGV A3)

sonstige Normen     Elektro: BGI 594, 
BGI 600, BGI 608, 
BGG 944
  Allg. Verwaltungsvorschrift
Verz. A und Verz. B zur GPSG

Normenverzeichnis
zur 1.GPSGV

(Maschinen: Normenverzeichnis
zur 9.GPSGV)
(Ex-Schutz: Normenverzeichnis
zur 11.GPSGV)

 

Weitere Informationsquellen:

Inverkehrbringen, Kauf und Vertrieb von elektrischen Betriebsmitteln (Gerätesicherheit vom Hersteller)

Ausgehend vom Artikel 95 EGV (ex-Art. 100a EGV – “Freier Warenverkehr”) müssen Hersteller und Inverkehrbringer anhand der Konformität die technische Sicherheit der Ware garantieren. Durch eine Konformitätserklärung (CE-Zeichen) soll äußerlich auf der Ware sichtbar gemacht werden, dass diese Forderungen zu Gesundheit, Sicherheit, Umweltschutz und Verbraucherschutz auf europäischem Schutzniveau gewährleistet sind. Durch das Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (GPSG) und die nachfolgenden Verordnungen (1.GPSGV) werden Anhänge bzw. Teile der EG-Richtlinien für das nationale Recht in Kraft gesetzt. Über die „Mitteilung zur Durchführung der 73/23/EWG“ bzw. über das „Normenverzeichnis zur 1.GPSGV“ wird an Hand der dort aufgeführten Normen der Stand der Technik definiert. Die Konformität von elektrischen Betriebsmitteln bis 1.000 Volt ist vom Inverkehrbringer zum Zeitpunkt des Kaufes und innerhalb der Gewährleistungsfrist (Garantie) zu gewährleisten.

Gewährleisten der Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (Arbeitssicherheit beim Nutzer)

Um Sicherheit, Arbeitshygiene und Gesundheitsschutz bei der Arbeit zu gewährleisten, gelten nach Artikel 137 EGV (ex-Art. 118a EGV “Sozialvorschriften”) die Sozialvorschriften. Jeder Arbeitgeber ist verpflichtet (§ 1 ArbSchG -Harmonisierung der 89/391/EWG), durch Maßnahmen des Arbeitsschutzes Sicherheit und Gesundheitsschutz der Beschäftigten zu gewährleisten, dieses gilt für die gesamte Benutzungsdauer. Für das Benutzen von elektrischen Betriebsmitteln durch die Beschäftigten gelten besondere Bestimmungen, die sich auf Schutzmaßnahmen und Prüfungen beziehen. Durch geeignete Anweisungen und Unterweisungen sollen die Beschäftigten über die verbliebene Gefährdungen informiert werden, um Sicherheits- und Gesundheitsrisiken wesentlich zu reduzieren.
Unfallverhütungsvorschrift BGV A3 “Elektrische Anlagen und Betriebsmittel” wird der Arbeitgeber zur Einhaltung der elektrotechnischen Regeln zum Schutz der Versicherten (Beschäftigte) verpflichtet. Mit dem Anhang 3 wird auf das Normenverzeichnis zur 1.GPSGV verwiesen, das wiederum eine Durchführungsanweisung der BGV A3 darstellt.